Arten und Grade von Hörschädigungen

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit betrifft nur das äußere Ohr oder das Mittelohr: man hört alles gedämpft, d.h. um einige Dezibel (dB) leiser. Eine Erkältung oder Mittelohrentzündung kann ähnliche Wirkungen hervorrufen.
Bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit dagegen sind die einzelnen Frequenzen (Tonhöhen) unterschiedlich getroffen, weil das Innenohr mit seinen Haarzellen oder der Hörnerv selbst geschädigt sind. Da die Sinneszellen für die höheren Frequenzen weiter unten in der Hörschnecke liegen, sind diese weit häufiger betroffen als die tieferen Töne. Der Höreindruck ist dann verzerrt.

Ein besonderes Merkmal bei einer Störung der Haarzellen ist das sogenannte «Recruitment», zu deutsch Lautheitsausgleich. Dabei hört man leise Töne gar nicht oder zumindest sehr schlecht, laute Töne aber werden sehr schnell als unangenehm und schmerzhaft empfunden, was sich besonders beim Musikhören als problematisch erweist. Der Grad einer Hörstörung wird in Dezibel (dB) gemessen und bezeichnet den durchschnittlichen Hörverlust bei Tonhöhen zwischen 500 und 4.000 Hertz.
Es wird also danach gefragt, unterhalb welcher Lautstärke die Töne nicht mehr gehört werden.


Grad der Hörstörungen bei unterschiedlicher Lautstärke:

Fallen einer Stecknadel (10 dB)
leises Blätterrauschen (20 dB) » leichtgradig
leises Flüstern (30 dB) » leichtgradig
leises Sprechen (40 dB) » mittelgradig
normales Sprechen (50 dB) » mittelgradig
Umgangssprache (60 dB) » mittelgradig
lautes Gespräch (70 dB) » hochgradig
Schreie (80 dB) » hochgradig
laute Verkehrsgeräusche (90 dB) » hochgradig
Nietmaschine (100 dB) » Gehörlosigkeit
Presslufthammer (110 dB) » Gehörlosigkeit
Flugzeugmotor (120 dB) » Gehörlosigkeit



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