Chronik Berlin-Brandenburg

Die Betreuung der Hörgeschädigten in Berlin begann eigentlich in Niedersachsen. Seit Ende der siebziger Jahre fuhren hörgeschädigte Geschwister aus Berlin nach Niedersachsen, um dort an Gottesdiensten für Hörgeschädigte teilzunehmen.

1989:
Der Wunsch, auch in Berlin derartige Gottesdienste zu haben, ging am 05. Februar in Erfüllung. Priester R. Knigge aus Braunschweig hielt an diesem Tag in der Gemeinde Berlin-Haselhorst den ersten Gottesdienst für Gehörgeschädigte auf Berliner Boden. Dass auf dem Dienen der Priester R. und E. Knigge aus Braunschweig Gottes Segen ruhte, zeigte sich im Wachstum der „Hörgeschädigtengemeinde“.

Eva und Peter M. empfingen am 21. Oktober den Trausegen durch Priester R. Knigge in der Gemeinde Berlin-Neukölln II.

In dieser Zeit fanden sich Berliner Amtsbrüder, die die Gebärdensprache erlernten und den niedersächsischen Brüdern zur Seite standen. Zunächst waren hier Priester H. Holste (Gemeinde Berlin-Steglitz), Diakon M. Witt (Gemeinde Berlin-Charlottenburg), Diakon W. Paetsch und Unterdiakon A. Krämer (Gemeinde Berlin-Nord I) tätig.

1990:
In diesem Jahr fanden in Berlin-West monatlich Gottesdienste für Hörgeschädigte statt, was die Geschwister und Gäste sehr freudig annahmen. Im sich jeweils anschließenden Beisammensein wurden Fragen beantwortet und Erfahrungen aus dem persönlichen Erleben der Hörgeschädigten ausgetauscht. Die Arbeit des Heiligen Geistes in diesen besonderen Gottesdiensten ließ den Glauben der Teilnehmer, aber auch ihren Kreis immer mehr wachsen.

1991:
Aufnahme von Oskar und Johanna K. durch Bischof Katens am 16. Juni in der Gemeinde Berlin-Nord I. Heilige Versiegelung der Geschwister K. am 22. August durch Bezirksapostel Klingler in der Gemeinde Berlin-Nord I.

1992:
Zu Beginn dieses Jahres zählte die „Gemeinde der Hörgeschädigten“ 17 Geschwister und sechs Gäste. Sie wurde von vier Amtsbrüdern betreut.

Auf Einladung aus Niedersachsen fuhren die Berliner zu einem Treffen nach Helmstedt. Aufnahme von P. B. am 28. Juni durch den Bezirksältesten Zessin.

Heilige Versiegelung von Bruder M. am 20. Dezember durch Apostel Behr in der Gemeinde Berlin-Moabit. Gleichzeitig verabschiedete Apostel Behr Priester R. Knigge. Er dankte ihm für seine aufopferungsvolle und segensreiche Arbeit an den Seelen der hörgeschädigten Geschwister in Berlin.

1993:
Dieses Jahr brachte für den Kreis der Hörgeschädigten einige Veränderungen und Neuerungen. Neben den Hörgeschädigtengottesdiensten fanden in der Gemeinde Berlin-Steglitz nun auch monatlich einmal Evangelisationsstunden statt. In diesen besonderen Zusammenkünften wurden glaubensbezogene Fragen sowie Geschehnisse der Heiligen Schrift behandelt und Fragen der Hörgeschädigten beantwortet.

Der Kreis der betreuenden Brüder erweiterte sich erfreulicherweise. Unter den führenden Händen des Apostels Behr und des Bezirksältesten Jeßke waren nunmehr tätig: Priester Burkschat (Gemeinde Berlin-Neukölln II), Priester Holste (Gemeinde Berlin-Steglitz), Priester Lehné (Gemeinde Berlin-Moabit), Priester Scholz (Gemeinde Berlin-Charlottenburg), Diakone Dreßler und Juschkat (Gemeinde Berlin-Reinickendorf), Diakon Krämer (Gemeinde Berlin-Nord I) und Diakon Witt (Gemeinde Berlin-Charlottenburg).

In ihren Heimatgemeinden konnten die hörgeschädigten Geschwister Gottesdienste für Entschlafene, Übertragungsgottesdienste sowie besondere Gottesdienste durch Übersetzung in die Gebärdensprache miterleben.

1994:
Neben der „Bildung“ in den Gottesdiensten wurde dies auch ein Jahr des Lernens für die betreuenden Amtsbrüder. Am 9. und 10. April fand in der Gemeinde Berlin-Steglitz ein Seminar „Arbeit mit Behinderten“ statt. Seminarleiter war der Bezirksälteste G. Lierse aus Osnabrück.
Am 10. September besuchten die Niedersachsen die Berliner. Bezirksältester Lierse diente am 11. September den Geschwistern und Gästen in der Gemeinde Berlin-Wedding. Am 15. September begann ein wöchentlicher Kurs, in dem die in der Hörgeschädigtenarbeit tätigen Brüder sowie einige Schwestern in der Deutschen Gebärdensprache unterrichtet wurden.

1995:
In verschiedenen Gemeinden der Gebietskirche wurden Gottesdienste und Evangelisationsstunden durchgeführt. Der Kreis der Geschwister und Gäste, die diese Segensstunden besuchten, hatte sich vergrößert.

1996:
Geschwister, Gäste und Amtsbrüder freuten sich zu Beginn des Jahres auf alle zu erwartenden Begegnungen im Hause Gottes. Doch mit besonderer Freude blickten alle dem 11. Februar entgegen. Bezirksapostel Schröder diente den Hörgeschädigten in der Gemeinde Berlin-Reinickendorf. Zusammensein mit den Niedersachsen im September: Rundgang im Park Sanssouci (Potsdam).

1997:
In diesem Jahr waren monatliche Gottesdienste und Evangelisationsstunden angesetzt. Verschiedene weitere Begegnungen miteinander haben Freude bereitet und Segensspuren bei den Beteiligten hinterlassen. Kahnfahrt im Spreewald am 31. Mai.
Für die Amtsträger in der Arbeit mit den Hörgeschädigten führte der Bezirksälteste Lierse am 21. Juni ein zweites Seminar in der Gemeinde Berlin-Steglitz durch. Am Sonntag, den 22. Juni, hielt Bezirksältester Lierse einen Gottesdienst für Hörgeschädigte in der Gemeinde Berlin-Neukölln II. Am 27. September waren die Berliner zu einer Stadtbesichtigung nach Helmstedt eingeladen. Der äußere Anlass: Helmstedt beging um diese Zeit den 750. Jahrestag der Stadtrechtsverleihung. Der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, die Hörgeschädigten der Neuapostolischen Kirche aus den Gebietskirchen Niedersachsen und Berlin zu begrüßen. Am 14. Dezember war der letzte Hörgeschädigten-Gottesdienst diesen Jahres in der Gemeinde Berlin-Steglitz.

1998:
Das Angebot an Gottesdiensten und Evangelisationsstunden für Hörgeschädigte war auch dieses Jahr wieder ein fester Bestandteil der Jahresplanung. Im Februar leitete der Bezirksälteste Jeßke die Evangelisationsstunde in der Gemeinde Berlin-Steglitz. Im selben Monat wurde Bruder Oskar K. in die Ewigkeit gerufen. Die Liebe des Herrn gab allen Trauernden rechten Trost. Freude bereitete der Bezirksälteste Heinrich mit seinem Überraschungsbesuch am 15. März in der Gemeinde Berlin-Neukölln II. Silberhochzeit der Geschwister J. am 19. Juli in der Gemeinde Berlin-Reinickendorf. Am 5. September empfingen die Berliner ihre Gäste zu einer Schifffahrt auf Brandenburger Gewässer. Große Dankbarkeit für alle Liebe unseres himmlischen Vater erfüllte auch zum Ende dieses Jahres die Herzen der Gotteskinder.

1999:
Für dieses Jahr waren besondere Segensstunden angedacht. Große Vorfreude bewegte die Herzen. Neben den monatlichen Gottesdiensten und Evangelisationsstunden sollte zum ersten Mal ein bezirksübergreifendes Treffen der Hörgeschädigten aus den Gebietskirchen Deutschlands in der Gemeinde Quelle-Steinhagen stattfinden. Alle Hörgeschädigten und Amtsbrüder bereiteten sich mit Eifer und Freude auf diese Begegnung vor. Am 5. Juni war es dann soweit. Im September rief unser himmlischer Vater den Diakon J. in die Ewigkeit. Apostel Behr legte bei der Trauerfeier viel Trost in die Herzen der Anverwandten und der Trauergemeinde.
Evangelisationsstunde: Apostel Behr erfreut die Geschwister am 4. Oktober in der Gemeinde Berlin-Steglitz. Wenn auch dunkle Stunden durchlebt wurden, so konnten doch zum Ende des Jahres Gott, dem Geber aller Dinge, Dank, Lob und Ehre entgegengebracht werden.

2000:
In der ersten Evangelisationsstunde diesen Jahres schauten alle noch einmal dankbar auf das vergangene Jahr zurück, richteten ihren Blick aber auch hoffnungsfroh auf das neue Jahr. Der Wunsch: Möge sich jeder Tag des neuen Zeitabschnittes auf die Gnade Gottes gründen.

Eine herausragende Begegnung war das bundesweite Hörgeschädigtentreffen am 17. Juni in Stade. Glaubensfreude und eine lebendige Hoffnung auf den Tag des Herrn erwuchs aus den Gottesdiensten, der Übersetzung besonderer Gottesdienste und den Evangelisationsstunden.

2001:
Die Arbeit mit den Hörgeschädigten wurde auch in diesem Jahr in schon gewohnter Weise durchgeführt. Die angebotenen Gnadenstunden in den Gottesdiensten und Evangelisationsstunden waren Hilfe, Beistand, Erbauung und Trost für die unsterblichen Seelen. Eine besondere Freude bereitete Apostel Behr mit seinem Besuch am 18. Februar in der Gemeinde Berlin-Reinickendorf. Bezirksapostel Schröder besuchte mit Apostel Nadolny die Gemeinde Berlin-Steglitz am 1. April und hatte zu diesem Gottesdienst die Hörgeschädigten eingeladen. Am 11. Mai folgte Schwester Johanna K. ihrem Ehemann in die Ewigkeit. Erlebte Gemeinschaft war das nationale Treffen in Hildesheim mit Bezirksapostel Klingler. Am 12. August diente Bischof Katens dem Kreis der Hörgeschädigten in der Gemeinde Berlin-Moabit. Krönung des Jahres war die Einladung zum Jahresabschlussgottesdienst in die Gemeinde Berlin-Charlottenburg, wo unser Stammapostel das Jahr mit Loben und Danken für Gottes Gnade beendete.

2002:
Wie in den Jahren zuvor wurden auch in diesem Jahr monatlich Gottesdienste und Evangelisationsstunden zum Segen der Geschwister durchgeführt. Im ersten Gottesdienst diente Bezirksältester Jeßke den Hörgeschädigten.
Am 25. Mai überraschten Apostel Behr und Bezirksältester Jeßke die Anwesenden der Evangelisationsstunde und bereiteten viel Freude.
Am 8. und 9. Juni fand das schon fast zur Tradition gewordene bundesweite Treffen der Hörgeschädigten in Freiberg a. N. und in Ludwigsburg statt.
In Magdeburg trafen sich die Hörgeschädigten aus Niedersachsen, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen zu einem Currywurstessen am 28. September. Ein von vielen Erlebnissen geprägtes Jahr ging zu Ende. Es gab Anlass, die Herzen zu Lob und Ehre des Allerhöchsten zu öffnen.

2003:
Wie in den vergangenen Jahren bereitete auch dieses Jahr unser himmlischer Vater die Hörgeschädigten durch sein Wort in den Gottesdiensten und den besonderen Stunden des Beisammenseins auf die Wiederkunft Jesu vor. Ein besonderer Höhepunkt für die Berliner war der Besuch unserer Geschwister aus den Gebietskirchen Deutschlands und der Schweiz am 28. und 29. Juni. Bezirksapostel Schröder diente den Hörgeschädigten in der Gemeinde Berlin-Nordwest.

2004:
Der Besuch unseres Stammapostels Fehr zum überregionalen Hörgeschädigtentreffen in Rheda-Wiedenbrück war das herausragende Ereignis im Jahr 2004. Das befruchtende Wirken des Stammapostels und der Apostel, hat unverwelkliche Segensspuren hinterlassen.

Bei aller Freude musste auch Trauer durchlebt werden. Am 16. Mai wurde unser Br. Konrad Retzlaff in die Ewigkeit gerufen.
Die Übertragung des Stammapostelgottesdienstes zum Pfingstfest am 30. Mai wurde in der Gemeinde Reinickendorf in die Gebärdensprache übersetzt.
Bei noch sommerlichen Temperaturen trafen sich die Hörgeschädigten am 19. Oktober im Gemeindegarten Steglitz zu einem duften Grillabend.
Ein wunderschönes Erleben war die Begegnung mit unseren hörgeschädigten Geschwistern und Gästen aus der GK Sachsen-Thüringen in Leipzig-Mitte.
Im letzen Gottesdienst für Hörgeschädigte am 19. Dezember und dem anschließenden adventlichem Beisammensein, wurde auf die vielen schönen und segensreichen Begegnungen im Hause Gottes und in der Gemeinschaft mit den Kindern Gottes zurückgeblickt. Viel Freude und Erbauung brachten die monatlichen Evangelisationsstunden. Für alles was aus der Hand des Herrn genommen werden konnte, war tiefer Dank in allen Herzen.

2005:
Einige Veränderungen für die Gemeinden hielt das Jahr 2005 bereit. Am 16. Januar diente Stammapostel Fehr in der Gemeinde Berlin-Lichtenberg. In diesem Gottesdienst konnten die Hörgeschädigten das Dienen des Stammapostels und der Apostel in der zweiten Reihe erleben, was die Herzen höher schlagen ließ. In dieser Stunde wurde Bezirksapostel Schröder in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet und Apostel Nadolny zu seinem Nachfolger ordiniert.
Am 17. April fand der erste Gottesdienst für Hörgeschädigte in der Gemeinde Eberswalde statt, was unserem dortigen jungen hörgeschädigten Bruder eine besondere Freude bereitete.
Der bewegende Pfingstgottesdienst aus Fellbach, in dem Bezirksapostel Leber das Stammapostelamt empfing und Stammapostel Fehr in den Ruhestand verabschiedete, wurde in der Gemeinde Reinickendorf übersetzt.

Ein Großereignis des Jahres war das überregionale Treffen der Hörgeschädigten aus den deutschen Gebietskirchen und der Schweiz in Rüdesheim und Wiesbaden. Das vom Bezirksapostel Wend gereichte Wort „Gott hat uns lieb“ gab Kraft und tröstete die Anwesenden. Die Vorträge des Gebärdenchores haben die Herzen der Hörgeschädigten begeistert. Mit dem Gefühl, Ich werde von meinem himmlischen Vater und von meinen hörenden Geschwistern geliebt, traten die Geschwister ihre Heimreise an.
Am 9. Oktober trafen sich die Hörgeschädigten aus Mitteldeutschland und Berlin in Halle. An diesem Sonntag fand der Wunsch unserer hörgeschädigten Geschwister und Gäste aus Witebsk/Weißrussland Erfüllung, einmal an einem Gottesdienst für Hörgeschädigte teilnehmen zu können. Für alle Beteiligten war diese Begegnung ein besonderes Erleben.
Den Gottesdienst für Entschlafene erlebten die Hörgeschädigten am 6. November in sprachbegleitender Gebärdensprache in der Gemeinde Berlin-Moabit. Hier war eine Verbindung zu den Seelen in der Ewigkeit aus dem Kreis der Hörgeschädigten fühlbar.

In der Gemeinde Berlin-Charlottenburg fand der letzte Gottesdienst für Hörgeschädigte in diesem Jahr statt. Dem lieben Gott konnte Lob, Preis und Ehre für all seine Zuwendung entgegengebracht werden. Im adventlichen Beisammensein, wurde noch einmal die Herzensfreude zum Ausdruck gebracht für alle Begegnungen mit unserem Gott in den Gottesdiensten, Evangelisationsstunden oder im Geschwisterkreis.

(H.H.)


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